
In frommen Kreisen gibt es ganz klare Verhaltenweisen und Anforderungen. Je länger Menschen als Christen unterwegs sind, umso genauer wissen sie, wie die Dinge zu laufen haben. Aber ist das wirklich so? Haben wir „unseren Jesus“ so eindeutig im Griff, daß wir Montags wissen, was Sonntags dran zu sein hat?
Rechnung ohne den Wirt?
Oder machen wir die Rechnung ohne den Wirt? Wenn ich so die Evangelien lese und Jesus begleite, dann bin ich manchmal ganz schön überrascht, wie dieser handelt, spricht und mit Menschen umgeht. Ja, selbst Seine Jünger kommen da ins Stolpern und rufen „das sei Ferne“ oder murmeln in Hintergrund „wie meint er das schon wieder“.
Und genauso erlebe ich seit 1980 meinen Weg mit diesem Jesus. Nicht umsonst heißt es „Der Mensch denkt, Gott lenkt“. Wie oft wollte ich Wege gehen und mußte einsehen, daß dies nicht (oder noch nicht?) für mich dran war. Da greift ein wichtiges Prinzip. Wir folgen nicht einer Denkrichtung und auch nicht Überzeugungen. Wir folgen einer Person. Ich bitte zu beachten, daß dieser Jesus immerhin auferstanden ist und durchaus lebendig ist. Lebendig zu sein bedeutet u.a. auch einen eigenen Willen zu haben.
Was wollen wir wirklich?
Dem gegenüber steht das durchaus menschliche Bedürfnis nach einer Komfortzone, in der wir uns in Routinen ergehen können. Der Wunsch nach Sicherheit und Beständigkeit ist elementar. Doch gleichzeitig ist dieser Wunsch auch eine wirksame Bremse für eine lebendige Nachfolge. Christ zu sein und zu bleiben erfordert Mut. Die Bibel spricht da von Glauben. Glauben basiert auf Vertrauen – ist also nicht die Annahme, daß etwas so sei, sondern ein WISSEN, was zu tun ist.
Hebr 11,1 Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.
Muß sich etwas ändern?
Nehme ich die o.g. Hebräerstelle ernst, dann rechne ich damit, daß mein Vertrauen auch Frucht zu tragen hat. Nicht meine Überzeugung ist Grundlage, sondern mein Vertrauen in die Führung Gottes darf mich leiten und Grundlage von Entscheidungen sein. Ich darf mutig Dinge in Angriff nehmen, die eine Herausforderung sein könnten. Wenn ich weiß, daß es sich um Gottes Willen handelt, dann sollte ich JA sagen und einen Schritt wagen. Christsein ist absolut spannend und wird es immer bleiben. Wenn dem nicht so ist, dann wäre eine Inspektion ratsam.
Sind schöne Gottesdienste das Zentrum oder ist es dieser unbequeme Jesus, der unser Zusammensein manchmal zu „stören“ wagt? Was sagen die Botschaften in unseren Gottesdiensten? Geht es uns um unsere MISSION oder gar Evangelisation? Geht es darum unsere Nachbarn zu retten oder darum, die Musik besser zu arrangieren? Bitte nicht falsch verstehen, denn ich habe nichts gegen Musik, Lobpreis und Unterweisung der Gläubigen. Doch wo bleibt die Dynamik des Neuen Testamentes? Wo bleibt der Leitsatz „Ein Jeder habe etwas“?
1. Kor 14,26Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprachenrede, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung. (Anmerkung: Die Erbauung = οἰκοδομή spricht hier von Hausaufbau und damit von einer Sache, die Arbeit erfordert und Schutz bietet)
Kommen wir zusammen, um uns dienen zu lassen (für die Woche „auftanken“) oder kommen wir zusammen, um einander zu dienen und letztendlich ein Segen zu SEIN? Ein Jünger zu sein hat seinen Preis. Sicherlich muß nicht jeder gleich das Boot verlassen und auf dem Wasser laufen, doch Glaube (=Vertrauen) braucht ein Handeln, welches dem Vertrauen gerecht wird. Laßt uns mutig sein und nach Gottes Willen fragen, Ihn hören und unseren Anteil erkennen – und letztendlich dann zu tun. Seien es kleine Dinge oder später auch Größeres …
Fazit
Darum beende ich diesen kurzen Impuls mit einem Wort Gottes, welches dich und mich zum Handeln auffordern möchte:
Hebr 10,24–25 und lasst uns aufeinander achthaben, um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht!

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